Computerspielabhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen
Von der Freude zur Sorge: Eine Mutter erzählt von der Computerspielabhängigkeit ihres Sohnes
Meine Klientin berichtete von ihrem Sohn Lukas, der im letzten Sommer aufs Gymnasium übertrat. Zu diesem besonderen Anlass schenkten die Eltern ihm sein erstes Smartphone – ein moderner Begleiter, der ihm den Zugang zu Klassenchats, zu schulischen Aktivitäten und zu seinem Busticket erleichtern sollte. Doch dieses Geschenk sollte das Leben der Familie mehr verändern, als sie jemals gedacht hätten.
Lukas war begeistert von seinem neuen Handy. Schnell war er in den Klassenchat integriert und fand über seine neuen Schulkameraden den Weg zu Onlinegames. In seiner Klasse gab es eine Gruppe, in der fast alle Jungen und einige Mädchen gemeinsam spielten. Lukas fühlte sich zunächst wie ein Außenseiter, weil ihm das Spielen nicht erlaubt wurde. Er wollte dazugehören, also gaben die Eltern schließlich nach. Schließlich sollte ihr Sohn nicht der Außenseiter sein.
Die unsichtbare Gefahr
Was mit gelegentlichem Spielen begann, wurde bald zu einer regelmäßigen Aktivität. Anfangs schien es harmlos: Nach den Hausaufgaben durfte Lukas ein bisschen „zocken“. Doch die Bildschirmzeiten wurden länger und länger. „Ich gehe nicht mit zum Einkaufen, Mama. Ich bleibe lieber zu Hause“, sagte er eines Tages. Und so begann eine Reihe von Ausreden: keine Lust auf Familienaktivitäten, kein Interesse mehr an seinen Spielzeugen, die nun in der Ecke verstaubten. Lesen wurde uncool, Hausaufgaben und Lernen traten in den Hintergrund. Sein einziges Ziel war es, im Spiel zu gewinnen.
Die Eltern hatten beruflich viel zu tun und konnten nicht ständig mit Lukas etwas unternehmen. Anfangs dachten sie, es sei nur eine Phase. Doch als sie merkten, dass Lukas sich kaum noch selbstständig beschäftigen konnte und seine Frustration wuchs, wenn er nicht spielen durfte, wurden sie besorgt. Die einst harmonische Familienzeit wurde zunehmend von Konflikten und Streitigkeiten überschattet.
Lukas’ schulische Leistungen verschlechterten sich, und seine Lehrer berichteten von einem abnehmenden Interesse am Unterricht. Die Situationen, in denen meine Klienten dachten, dass er einfach „nur ein bisschen zockt“, hatten sich zu einem ernsthaften Problem entwickelt. Sie fühlten sich hilflos und schuldig, weil sie ihm das Smartphone gegeben und damit vielleicht den Grundstein für seine Abhängigkeit gelegt hatten.
Es war schwer zu akzeptieren, dass ihr Sohn abhängig geworden war – abhängig von einem Spiel, das ihm vorübergehend Freude bereitete, ihn aber zunehmend isolierte und seine Entwicklung beeinträchtigte. In dieser Zeit erkannten die Eltern, wie wichtig es ist, Hilfe zu suchen. Sie mussten sich eingestehen, dass sie die Situation allein nicht bewältigen konnten.
Wenn Sie als Eltern ähnliche Erfahrungen machen, scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wenn Sie als Eltern ähnliche Erfahrungen machen, scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Meine Familienberatung hat sich genau auf dieses Thema spezialisiert und steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Sie sind nicht allein in diesem Kampf. Es ist keine Schande, betroffen zu sein. Der erste Schritt zur Besserung ist es, die Abhängigkeit zu erkennen und Hilfe zu suchen. Gemeinsam können wir daran arbeiten, unsere Kinder aus der virtuellen Welt zurück ins echte Leben zu holen.
Zahlen aus der Statistik
- 3,1 % der Kinder und Jugendlichen zeigen ein pathologisches (problematisches) Spielverhalten.
- Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen, mit 4,4 % im Vergleich zu 1,6 %.
- Rund 14 % der befragten Eltern berichten, dass ihre Kinder täglich mehr als vier Stunden mit Computerspielen verbringen.